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Die optimale Wellenkupplung für Ihre Anwendung
Wir bei abp setzen den Schwerpunkt auf drehsteife, biegeelastische Wellenkupplungen als Verbindungselement zwischen Motor und Messwertaufnehmer. Unsere Wellenkupplungen übertragen Kräfte spielfrei und winkelsynchron. Wellenkupplung von abp – das bedeutet große Drehsteifigkeit und kleinste Rückstellkräfte. Durch die daraus resultierende sehr geringe Belastung der Wellenlagerungen verlängert sich die Lebensdauer von Anlagen und Maschinen erheblich.
Unsere Produktgruppen im Bereich der Wellenkupplung
Wellenkupplung von abp – ab Katalog oder als Sonderanfertigung. Über 25 Jahre Erfahrung, ein enger Austausch mit Ihnen als Kunde und innovative Entwicklungen stellen den reibungslosen Einsatz und die lange Lebensdauer unserer Artikel in Ihren Anwendungen sicher.
Wellenkupplung von A bis Z
Die Wellenkupplung ist eine essenzielle mechanische Komponente im Maschinen- und Anlagenbau. Sie dient dazu, zwei Wellen miteinander zu verbinden und so Drehmomente zwischen zwei rotierenden Elementen wie beispielsweise einer primären Antriebseinheit und einer Maschinenkomponenten zu übertragen. Diese Verbindung kann sowohl starr als auch elastisch oder flexibel sein.
Fehlausrichtungen, Vibrationen und Stöße, die durch Installationsungenauigkeiten oder thermische Ausdehnung entstehen, können durch den Einsatz einer Wellenkupplung ausgeglichen werden.
Eine Wellenkupplung von abp ist nahezu wartungsfrei und erfüllt ihre Aufgabe während der gesamten Nutzungsdauer mit hoher Präzision. Je nach Ausführung kann eine mechanische, thermische oder elektrische Entkopplung gewährleistet werden.
Auf dieser Seite haben wir alle häufig gestellten Fragen zum Thema Wellenkupplung für Sie zusammengefasst. Sie suchen weitere Informationen? Kontaktieren Sie uns jetzt – wir beraten Sie gerne persönlich!
- Was ist eine Wellenkupplung?
- Wozu wird eine Wellenkupplung eingesetzt?
- Welche Arten von Wellenkupplungen gibt es?
- Welche Grundtypen von Wellenkupplungen gibt es?
- Welche Bauformen von Wellenkupplungen gibt es?
- Was ist bei der Auswahl einer Wellenkupplung zu beachten?
- Für welche Branchen und Anwendungen ist eine Wellenkupplung von abp geeignet?
- Welche Kupplung eignet sich für hohe Drehzahlen oder hohe Drehmomente?
- Wie funktioniert eine Wellenkupplung in Anwendungen mit Schrittmotoren und Linearachsen?
- Wie misst man den notwendigen Wellendurchmesser und die Länge für die richtige Auswahl?
- Wie kann ich Fluchtungsfehler korrekt messen, um die passende flexible Kupplung auszuwählen?
- Wie sehe ich, ob eine Kupplung verschlissen ist oder getauscht werden muss?
- Welche Normen und Standards gelten für Wellenkupplungen in Deutschland?
- Welche Rolle spielt die Drehfedersteife bei der Auswahl einer Wellenkupplung?
Was ist eine Wellenkupplung?
Eine Wellenkupplung ist ein mechanisches Bauteil, das zwei Wellen mechanisch miteinander verbindet, um Drehbewegungen und Drehmomente zu übertragen. Dieses Produkt dient dazu, kleine Ausrichtungsfehler und radiale, axiale und winklige Versätze zwischen den Wellen auszugleichen und Vibrationen zu minimieren um eine reibungslose und präzise Kraftübertragung zu ermöglichen.
Wellenkupplungen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Hier wird in starre Wellenkupplungen, elastische Wellenkupplungen, drehsteife, aber flexible Wellenkupplungen, schaltbare Wellenkupplungen und Sicherheitskupplungen unterschieden. Sie können mit Klemmnabe, Passfeder und Gewindestift ausgestattet werden, um eine sichere Montage und Befestigung zu gewährleisten.
Eine Wellenkupplung von abp kann in zahlreichen industriellen Anwendungen eingesetzt werden, etwa im Maschinenbau, der Automation oder in Antriebslösungen, um Antriebe und Maschinenkomponenten effizient zu verbinden. Dabei gibt es Kupplungen unterschiedlichen Typs: Starre, flexible und halbstarre Kupplungen, die jeweils spezifische Anforderungen erfüllen.
Wozu wird eine Wellenkupplung eingesetzt?
Fluchtungsfehler lassen sich in der Antriebstechnik auf Fertigungs- und Montagetoleranzen sowie Lagerspiel und Temperatureinflüsse zurückführen. Solche Fluchtungsfehler führen zu teilweise erheblichen Lagerbelastungen. Resultat sind erhöhter Verschleiß und vorzeitiger Ausfall der Anlage.
Der Einsatz einer Wellenkupplung von abp kann diese Fluchtungsfehler ausgleichen und Lagerbelastungen auf ein Minimum reduzieren. Die Lebensdauer von Anlagen und Maschinen verlängert sich so erheblich.
Welche Arten von Wellenkupplungen gibt es?
Es gibt eine Vielzahl von Wellenkupplungen – auch bekannt als Wellenverbindung, Drehmomentkupplung, Antriebskupplung, Verbindungskupplung oder allgemein mechanische Kupplung. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen fünf Hauptarten:
- Starre Kupplungen, die zwei Wellen ohne Beweglichkeit und Versatzausgleich verbinden. Hier findet kein Ausgleich von Fluchtungsfehlern statt. Diese Kupplungen sind sehr robust, z.b. Flanschkupplungen.
- Flexible Kupplungen, können radiale, axiale oder winklige Versätze ausgleichen können und dämpfen Schwingungen, z.b. Klauenkupplungen, Doppelschlaufenkupplungen.
- Drehsteife, flexible Kupplungen, sie gleichen radiale, axiale oder winklige Versätze aus sind aber torsionssteif. Anwendung finden diese in präzisen Messaufgaben. Beispiele sind Metallbalgkupplungen.
- Schaltbare Kupplungen gleichen keine Versätze aus, können aber nach Bedarf ein/ausgeschaltet werden (entkoppelt). Beispiel wäre eine Stirnzahnkupplung oder elektromagnetische Kupplung.
- Sicherheitskupplungen schützen vor Überlast und können Maschinen vor größenen Schäden bewahren. Hier kommen Rutschkupplungen oder unsere Sicherheitskupplung BKXSP zum Einsatz.
Innerhalb dieser Arten gibt es unterschiedliche Bauformen wie Balgkupplungen, Wendelkupplungen, Klauenkupplungen oder Stirnzahnkupplungen, die je nach Anwendungsanforderung und Ausrichtungsbedingungen eingesetzt werden. Bei der Auswahl sollten vorzugsweise Parameter wie Durchmesser, Länge, zulässige Drehzahlen und das erforderliche Drehmoment berücksichtigt werden.
Wir bei abp bieten als Anbieter für Antriebslösungen nicht nur passende Produkte und ergänzendes Zubehör, sondern auch Beratung und Services an, um Ihre Antriebslösung weiter zu verbessern.
Grundtypen
Welche Grundtypen von Wellenkupplungen gibt es?
Bauformen
Welche Bauformen von Wellenkupplungen gibt es?
Je nach Anwendungsanforderung gibt es verschiedene Bauformen, die sich in ihren Eigenschaften unterscheiden. In der folgenden Liste finden Sie die gängigsten Bauformen von Wellenkupplungen inklusive kurzer Produktbeschreibung:
Balgkupplungen (auch Metallbalgkupplungen genannt) nutzen einen flexiblen Metallbalg, um Drehmomente spielfrei zu übertragen und gleichzeitig radiale, axiale und winklige Versätze auszugleichen. Sie sind besonders präzise und eignen sich für Anwendungen in der Feinmechanik oder Mess- und Prüftechnik.
Doppelschlaufenkupplungen bestehen aus zwei flexiblen Schlaufen, die einen sehr guten Ausgleich von radialen, lateralen und angularen Versätzen ermöglichen. Sie wirken zusätzlich thermisch und elektrisch isolierend.
Federkupplungen nutzen spiralförmig gewickelte Federn als Kraftübertragungselement. Sie sind elastisch, ermöglichen einen weichen Drehmomentverlauf und werden vorzugsweise eingesetzt, wenn Schwingungen gedämpft und empfindliche Komponenten geschützt werden sollen.
Federscheibenkupplungen nutzen dünne, federnden Edelstahlscheiben als Ausgleichelemente. Sie übertragen ein hohes Drehmoment bei gleichzeitigem Versatzausgleich. Diese Kupplungen sind sehr torsionssteif und werden häufig in hochpräzisen Servo- und Positionieranwendungen eingesetzt.
Klauenkupplungen bestehen aus zwei Klauen, die über einen Kunststoffzahnkranz verbunden sind. Als Dämpfungselement werden Kunststoffzahnkränze in verschiedenen Shorehärten verbaut. Die Klauenkupplung dämpft Schwingungen und Stöße und ist weit verbreitet in der Automation und Fördertechnik.
Korrosionsbeständige A4-Edelstahlkupplungen sind aus hochbeständigem, rost- und seewasserfestem Edelstahl gefertigt. Sie eignen sich für den Einsatz in aggressiven Umgebungen, z. B. in der Chemie-, Pharma- oder Lebensmittelindustrie und bieten eine lange Lebensdauer auch unter schwierigen Bedingungen.
Hygienic Kupplungen mit FDA-konformem Kunststoff sind speziell für den Einsatz in der Lebensmittel– und Pharmaindustrie entwickelt und werden vorzugsweise in Abfüllanlagen, Fließbändern und Verpackungsmaschinen eingesetzt.
Nickelbalgkupplungen zeichnen sich durch extrem hohe Torsionssteifigkeit bei gleichzeitig minimalen Rückstellkräften aus. Sie sind ideal für hochpräzise und sehr sensible Messaufgaben geeignet.
Rutschkupplungen verfügen über ein einstellbares Rutschmoment, das bei Überschreitung des zulässigen Drehmoments ein kontrolliertes Durchrutschen erlaubt. So wird der mechanische Antrieb vor Beschädigungen geschützt.
Sicherheitskupplungen haben ein integriertes Sicherheitsbackup: Bei einem Bruch des Balgs greifen innenliegende Klauen ineinander, damit ein Übergangsbetrieb und eine reguläre Abschaltung des Systems möglich sind.
Stirnzahnkupplungen übertragen Drehmomente über Zahnflanken. Sie sind selbstzentrierend, wiederholgenau und optimal für die präzise Übertragung großer Drehmomente in beide Richtungen geeignet – ideal bei geringem Platzbedarf.
Stegkupplungen besitzen ein geschlitztes Kunststoffelement zwischen den Naben, wodurch sie eine gute Kombination aus Torsionssteifigkeit und Versatzausgleich bieten. Aus diesem Grund werden Sie oft auch geschlitzte Kupplungen genannt. Auch als Variante in Aluminium aus einem Stück erhältlich. Sie sind wartungsarm und für mittlere bis hohe Drehmomente geeignet.
Schwerlastwendelkupplungen sind Wendelkupplungen mit anderem Fräsbild, dadurch erreichen Sie ein höheres Drehmoment, gleichmäßigere Kraftübertragung und verbesserte Schwingungsdämpfung – ideal für industrielle Hochleistungsanwendungen.
Wendelkupplungen sind aus einem Stück gefertigt und sorgen für eine spielfreie Übertragung von Drehbewegungen. Sie gleichen Fluchtungsfehler optimal aus und sind universell einsetzbar –in verschiedenen Werkstoffen erhältlich, wenn Korrosionsbeständigkeit oder elektrische Leitfähigkeit wichtig ist. Sie sind auch als Beamkupplungen bekannt.
Sonderkupplungen werden individuell konstruiert und gefertigt, um maßgeschneiderte Lösungen für besondere Anwendungsfälle zu bieten – von speziellen Durchmessern und Längen bis hin zu besonderen Materialien und Drehmomentanforderungen.
Kriterien
Was ist bei der Auswahl einer Wellenkupplung zu beachten?
- Wellenversatz: Überlegen Sie, ob Ihre Wellen perfekt ausgerichtet sind oder ob sie kleine Ausrichtungsfehler aufweisen. Je nach Grad der Fehlstellung benötigen Sie eine elastische Wellenkupplung oder eine flexible Wellenkupplung, die diese Fehler ausgleichen kann.
- Drehmoment und Leistung: Bestimmen Sie das maximale Drehmoment, das die Wellenkupplung übertragen muss, sowie die benötigte Leistung. Die Kupplung muss für diese Werte dimensioniert sein, um eine zuverlässige und sichere Kraftübertragung zu gewährleisten. Zudem gibt es Lösungen wie beispielsweise Wellenkupplungen mit Drehmomentbegrenzung, die die Verbindung zwischen einer treibenden und einer getriebenen Welle trennen können, wenn der Grenzwert für das Drehmoment überschritten wird.
- Betriebsbedingungen: Berücksichtigen Sie die Umgebung, in der die Kupplung eingesetzt wird. Faktoren wie Temperatur, Feuchtigkeit, chemische Einflüsse oder mechanische Beanspruchungen können Einfluss auf die Wahl der Materialien und die Bauweise der Wellenkupplung haben.
- Material: Wellenkupplungen werden häufig aus Aluminium, Stahl oderverschiedenen Edelstählen hergestellt. Diese Materialien bieten je nach Anforderung verschiedene Vorteile, wie Leichtigkeit, Korrosionsbeständigkeit und hohe Festigkeit.
- Anwendungsbereich: Der spezifische Anwendungsbereich der Wellenkupplung spielt eine entscheidende Rolle. Zum Beispiel erfordern Anwendungen in der Medizintechnik oft Hygienic Wellenkupplungen, während in der Automation andere Anforderungen an die Flexibilität und Schwingungsdämpfung gestellt werden.
- Bauform und Platzbedarf: Die Baugröße und -form der Wellenkupplung muss an den vorhandenen Einbauraum angepasst sein.
Anwendungen
Für welche Branchen und Anwendungen ist eine Wellenkupplung von abp geeignet?
Wellenkupplungen von abp Antriebstechnik finden in einer Vielzahl von Industriezweigen Verwendung. Typische Anwendungsgebiete sind:
- Lebensmittelindustrie: In Abfüll-, Verpackungs- und Verarbeitungsmaschinen findet sich eine Wellenkupplung von abp. Dies sind Anwendungen, bei denen besonders hygienische Anforderungen herrschen und oft Hygienic Wellenkupplungen mit FDA-konformen Komponenten nötig sind.
- Automation: In automatisierten Produktionssystemen sorgt die Wellenkupplung von abp für die präzise Übertragung von Bewegungen und Kräften, etwa in Robotern oder Förderbändern.
- Anlagen- und Maschinenbau: Wellenkupplungen sind wesentliche Komponenten in Maschinen und Anlagen, um Drehmomente zuverlässig zwischen verschiedenen Maschinenmodulen zu übertragen.
- Lager- und Fördertechnik: Eine Wellenkupplung von abp kann eingesetzt werden, um Förderbänder, Lager- und Hubsysteme zu verbinden und Ausrichtungsfehler auszugleichen.
- Positionierungssysteme: Für präzise Bewegungen in Positionierungsmaschinen, z.B. in der Elektronik- oder Halbleiterfertigung, ist eine hochgenaue Wellenkupplung von abp unverzichtbar.
- Lasertechnik: In der Lasertechnik sorgt unsere Wellenkupplung für präzise Bewegungen und Ausrichtung der Laseroptik oder -positionierung.
- Verpackungsindustrie: Eine Wellenkupplung von abp kann dabei helfen, präzise Bewegungen in Verpackungsmaschinen zu übertragen, etwa beim Verschließen oder Etikettieren von Produkten.
- Erneuerbare Energien: In Windkraftanlagen oder Biogasanlagen überträgt die abp Wellenkupplung Kräfte und gleicht thermische und mechanische Ausdehnungen aus.
- Antriebe und Robotik: Wellenkupplungen sind zentrale Komponenten in Robotern und Antriebssystemen und werden verwendet, um Bewegungen flexibel und präzise zu übertragen.
Welche Kupplung eignet sich für hohe Drehzahlen oder hohe Drehmomente?
Wie funktioniert eine Wellenkupplung in Anwendungen mit Schrittmotoren und Linearachsen?
In Systemen mit Schrittmotoren und Linearachsen ermöglichen spielfreie Wellenkupplungen eine präzise Drehmomentübertragung und exakte Positions-Steuerung. Diese Kupplungen gleichen Wellenversätze aus und sorgen dafür, dass die Drehbewegung des Schrittmotors exakt übertragen wird. Sie werden oft in der Automation, Robotik und Antriebstechnik eingesetzt, wo höchste Präzision und Leistungsübertragung gefordert sind.
Messen
Wie misst man den notwendigen Wellendurchmesser und die Länge für die richtige Auswahl?
Der Wellendurchmesser wird mit einem genauen Messschieber (vorzugsweise digital) gemessen. Es ist notwendig, an mehreren Stellen der Welle zu messen, um sicherzugehen, dass keine Ovalität vorliegt.
Die Länge (bzw. die Einbaulänge der Kupplung) ergibt sich aus dem verfügbaren Bauraum zwischen den Wellenenden.
Wir bei abp stellen dafür auf unseren Produktunterseiten alle benötigen Informationen bereit, sodass Sie direkt sehen können, ob die Kupplung passt.
Wie kann ich Fluchtungsfehler korrekt messen, um die passende flexible Kupplung auszuwählen?
Um eine passende flexible Kupplung auszuwählen, ist es notwendig, die Fluchtungsfehler zwischen den beiden Wellen präzise zu bestimmen. Diese Fehler beeinflussen, wie stark die Kupplung belastet wird und wie lange sie hält. Werden sie nicht korrekt ermittelt, kann es zu vorzeitigem Verschleiß oder Maschinenausfällen kommen.
Es gibt drei Hauptarten von Fluchtungsfehlern, die einzeln oder in Kombination auftreten können:
Radialer Versatz (Parallelversatz): Die Wellen liegen parallel zueinander, sind aber seitlich gegeneinander verschoben. Diesen Fluchtungsfehler misst man mit Messuhr oder Parallelmaß an mehreren Positionen rund um den Umfang. Der größte gemessenen Abstand ist dann entscheidend für die Auswahl.
Winkelversatz: Die Wellen sind nicht parallel, sondern bilden einen Winkel. Dies wird mit Fühlerlehre oder durch Messen des Spalts an mehreren Punkten des Kupplungsumfanges ermittelt. Die Differenz der Spaltmaße zeigt dann den Winkelversatz.
Axialer Versatz (Längenänderung): Die Wellenachsen sind in der Länge gegeneinander verschoben (zu weit auseinander oder zu nah). Hierbei wird mit Tiefenmaß, Distanzlehre oder Messschieber der Abstand zwischen den beiden Wellenstirnflächen gemessen. Bei thermischer Ausdehnung der Anlage sollte eine Reserve eingeplant werden, damit die Kupplung nicht auf Block geht.
Wie sehe ich, ob eine Kupplung verschlissen ist oder getauscht werden muss?
Der Zustand einer Wellenkupplung kann entscheidend für die Betriebssicherheit einer Anlage sein. Um teure Stillstände zu vermeiden, ist es notwendig, den Verschleiß regelmäßig zu prüfen.
Viele Probleme lassen sich bereits mit bloßem Auge sehen oder beim Betrieb hören. Typische Anzeichen für Verschleiß sind:
- Spiel oder Klappergeräusche bei Drehrichtungswechsel – deutet auf ausgeleierte Elastomer-Elemente oder ausgeschlagene Naben hin.
- Sichtbare Risse, Brüche oder Korrosion an Elastomer- oder Metallbalgteilen.
- Unrunder Lauf oder Vibrationen, die vorher nicht da waren.
- Überhitzung der Kupplung bei längerem Betrieb.
Neben der Sichtprüfung sollten in regelmäßigen Intervallen Messungen durchgeführt werden. Prüfschritte und Messungen sind:
- Versatzmessung (radial, axial, winklig) – um zu prüfen, ob die Wellen noch korrekt fluchten.
- Schwingungsanalyse – um Unwuchten oder beginnenden Lager- und Kupplungsverschleiß frühzeitig zu erkennen.
- Drehmomentüberwachung – manche modernen Anlagen nutzen Sensoren, die automatisch Alarm schlagen, wenn das übertragene Drehmoment ungewöhnlich ansteigt.
Diese Prüfungen sind besonders notwendig in Anlagen mit hohen Drehzahlen oder kritischen Prozessen (z. B. Lebensmittelproduktion oder Chemieindustrie).
Standards
Welche Normen und Standards gelten für Wellenkupplungen in Deutschland?
In Deutschland gelten verschiedene Normen, die sicherstellen, dass Abmessungen, Leistungsdaten und Sicherheitsanforderungen eingehalten werden. Dadurch wird die Austauschbarkeit von Kupplungen verschiedener Herstellern gewährleistet und das Risiko von Fehlanwendungen reduziert.
- DIN 740 – für mechanische Kupplungen, vor allem Bauarten, Begriffe und Kennwerte.
- DIN EN ISO 14691 – internationale Norm für industrielle Wellenkupplungen, die unter anderem Prüfverfahren, Drehmomentangaben und Lebensdauer berücksichtigt.
- ATEX-Richtlinie (für explosionsgefährdete Bereiche) – notwendig in Chemie-, Pharma- oder Lebensmittelanlagen.
- FDA- oder EU-VO 1935/2004-konforme Materialien – erforderlich, wenn Kupplungen in Kontakt mit Lebensmitteln kommen.
Diese Standards geben Konstrukteuren die notwendigen Maße, Toleranzen und Belastungsgrenzen vor. Sollten Sie unsicher sein, welche Normen für Ihre Anwendungen zutreffen, kontaktieren Sie uns gerne, wir unterstützen Sie bei der Auswahl der passenden Kupplung.
Drehfedersteife
Welche Rolle spielt die Drehfedersteife bei der Auswahl einer Kupplung?
Die Drehfedersteife (auch als Torsionssteife bezeichnet) ist eine entscheidende Eigenschaft bei der Auswahl einer Wellenkupplung, da sie beschreibt, wie stark sich die Kupplung unter Torsionsbelastung (Drehmoment) elastisch verformt. Sie beeinflusst maßgeblich die Präzision und Dynamik der Kraftübertragung.
Rolle der Drehfedersteife bei der Auswahl:
- Präzise Drehmomentübertragung:
- Eine hohe Drehfedersteife sorgt dafür, dass das Drehmoment nahezu ohne Verdrehung übertragen wird. Das ist wichtig für Anwendungen, bei denen eine präzise Bewegungssteuerung erforderlich ist, z. B. in CNC-Maschinen oder Messsystemen.
- Kupplungen mit niedriger Drehfedersteife können bei schnellen Bewegungen oder Lastwechseln zu Verzögerungen oder Ungenauigkeiten führen.
- Schwingungsdämpfung:
- Hohe Drehfedersteife ist weniger dämpfend und kann Schwingungen verstärken, daher weniger geeignet für instabile Belastungen.
- Kupplungen mit niedriger Drehfedersteife sind flexibler und können Schwingungen oder Stöße im Antriebssystem besser absorbieren. Sie eignen sich für Anwendungen mit wechselnden Belastungen, z. B. in Förderanlagen oder Pumpenantrieben.
- Dynamik und Beschleunigung:
- In hochdynamischen Anwendungen wie Servoantrieben ist eine hohe Drehfedersteife essenziell, da sie schnelle Bewegungsänderungen ohne Verzögerung ermöglicht.
- Bei langsamen, gleichmäßigen Bewegungen spielt die Drehfedersteife eine geringere Rolle.
- Lebensdauer der Kupplung und angrenzender Bauteile:
- Eine zu geringe Drehfedersteife kann durch Verformung zu höheren Belastungen der Kupplung und angrenzender Komponenten führen.
- Die Wahl der passenden Drehfedersteife schützt die Kupplung vor Überlastung und reduziert den Verschleiß.
- Ausgleich von Versätzen:
- Kupplungen mit hoher Drehfedersteife sind meist weniger flexibel beim Ausgleich von axialen, radialen oder winkligen Versätzen.
- Bei Systemen mit größeren Versätzen sind daher Kupplungen mit moderater bis niedriger Drehfedersteife geeigneter.
Die Drehfedersteife ist als ein zentraler Faktor für die Leistung und Lebensdauer der Wellenkupplung.
Sie sollte aber immer in Verbindung mit den Rückstellkräften betrachtet werden:
Hier gilt: Die Drehfedersteife muss so groß wie nötig
und die Rückstellkräfte müssen so klein wie möglich sein.
Eine sorgfältige Analyse der Anforderungen (z. B. Drehmoment, Versätze, Schwingungen) ist unerlässlich, um die richtige Kupplung auszuwählen.
Weitere
Produktgruppen
Unsere Produkte entstehen im engen Dialog mit unseren Kunden und verbinden ihre Anforderungen mit unserer Lösungskompetenz. Aus diesem Grund verstehen wird bei abp uns nicht nur als Berater, sondern auch als Partner und zuverlässiger Begleiter.














